Beliebt: Shopping im Internet

Der Online-Handel verzeichnet nach wie vor steigende Umsätze, inzwischen werden rund 10 bis 15 Prozent aller Geschäfte im Einzelhandel online getätigt. In den einzelnen Branchen sind freilich starke Unterschiede zu verzeichnen, bei Spielwaren und Optikern setzen die Händler 20 bis 25 Prozent über das Internet um, bei Elektronik-Erzeugnissen sind es mindestens 25 Prozent. Lebensmittel hingegen dümpeln bei rund einem Prozent oder gar darunter. Einen starken Zuwachs verzeichnen schon seit 2010 Fashion-Websites und Online-Apotheken.

Vorteile für die Kunden

Wer ein Schnäppchen online machen will, braucht schnelle Vergleiche, die es ohne das Internet nicht geben kann. Die Händler überbieten sich mit Coupons, Rabatte werden in allen Bereichen angeboten. Die Ersparnisse sind nach Expertenmeinungen enorm und werden von den meisten Konsumenten unterschätzt. Das hat einen psychologischen Hintergrund: Der Kauf höherwertiger Güter wie eines elektronischen Gerätes oder auch von Bekleidung findet nicht täglich, wöchentlich, eher quartalsweise oder jährlich statt, dafür wird hier das meiste Geld ausgegeben. Daher kann auch am meisten mit Rabattgutscheinen gespart werden. Das Gedächtnis spielt jedoch den Käufern einen Streich, denn wer erinnert sich noch an die Ersparnis beim Kauf der letzten Winterstiefel? Die Händler kennen jedoch dieses Phänomen und strukturieren ihre Angebote immer genauer und gezielter. Bestimmte Webseiten fassen alle Couponmöglichkeiten zusammen und verschaffen damit den Kunden einen Überblick darüber, wo es im Netz die besten Schnäppchen gibt.

Potenziale im Online-Handel

Gerade in Deutschland ist beim Online-Geschäft noch viel Luft nach oben. Denn im internationalen Vergleich wird der größte europäische Einzelhandelsmarkt online von Briten, Franzosen, Amerikanern und Japanern übertrumpft, und das zum Teil sehr deutlich.

In Großbritannien wohnen 20 Millionen Menschen weniger als in Deutschland, der E-Commerce-Umsatz ist aber doppelt so hoch. Das hat auch strukturelle Gründe. Der deutsche Internet-Handel trägt zwar inzwischen rund ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt bei, allerdings fördert die Bundesregierung viel zu wenig den Ausbau der Netzstrukturen.

Lediglich 29,3 Prozent aller Haushalte verfügen in Deutschland über eine schnelle DSL-Verbindung, die ab 7,2 MBit/s im Download ermöglichen sollte, das lähmt so manche Internet-Aktivität. Wahrscheinlich wird sich mit der Einführung von LTE und den ständig sinkenden Flatrates für Funkverbindungen die Lage allein durch die Initiative der (rein wirtschaftlich agierenden) Telekommunikationsunternehmen verbessern. Dann werden vermutlich doppelt und dreimal so viele Deutsche wie heute das Netz für Informationen und auch zum Shoppen nutzen, was dem Online-Handel in den nächsten zwei bis fünf Jahren sehr kräftige Wachstumsraten bescheren dürfte.

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